Arbeitsunfälle in der schwedischen Landwirtschaft

Stefan Pinzke, Peter Lundqvist

Abstract


An der schwedischen landwirtschaftlichen Fakultät wurde in Zusammenarbeit mit Statistics Sweden eine Unter-suchung aller Unfälle im Bereich der schwedischen Land- und Forstwirtschaft des Jahres 2004 durchgeführt. Das Ziel war es, weitergehende Kenntnisse über Unfall-ursache und –ausmaß zu erhalten, um eine Grundlage für Präventivmaßnahmen in der Landwirtschaft zu schaffen. Die Untersuchung wurde durch die Swedish Farmers’ Foundation for Agricultural Research finanziert. Im Jahr 2004 gab es in Schweden 67.000 Landwirtschaftsbetriebe. 7.000 Fragebögen mit jeweils 14 Fragen wurden an eine Auswahl reiner Landwirtschaftsbetriebe und land- und forstwirtschaftliche Mischbetriebe versandt. Die Hauptfrage war, ob sich irgendein Unfall im Jahr 2004 im Betrieb ereignet hatte. Die Betriebe, die Unfälle meldeten, wurden daraufhin telefonisch über Einzelheiten des Unfalls befragt. Der Rücklauf an beantworteten Fragebögen lag bei 5.646 (81 %). Etwa 5.000 Unfälle mit Körperverletzung und Arbeitsbehinderung ereigneten sich 2004 in landwirtschaftlichen Betrieben. Davon waren etwa 74 % reinen Landwirtschaftsbetrieben und 18 % land- und forstwirtschaftlichen Mischbetrieben zuzuordnen. In der offiziellen Unfallstatistik waren dagegen nur etwa 400 Unfälle verzeichnet. Das heißt, dass nur 8 % der Körperverletzungen registriert worden waren. Insgesamt ereignete sich mindestens ein Unfall bei 7 % aller landwirtschaftlichen Betriebe. Etwa 70 % der betroffenen Betriebe sind der Tierproduktion zuzuordnen. 15 % aller Milchproduktionsanlagen wiesen 2004 mindestens einen Unfall auf. Zur Reduzierung der Unfallzahlen in der Landwirtschaft müssen wirksame Maßnahmen umgesetzt werden.


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